Überfüllte Wartezimmer beim Arzt

15. April 2008 – 09:45

Eigentlich ist es im Prinzip schon egal, ob man nach einem vergrippten Wochenende spontan zum Arzt geht oder zwei Tage zuvor einen Termin beim Spezialisten verabredet. Man kann mit nahezu 95%iger Wahrscheinlichkeit sichergehen, dass beim Arzt die Wartezimmer grundsätzlich überfüllt sind. Man fragt sich doch, wieso ein Arzt, der seine Praxis bereits 20 Jahre betreibt, in Absprache mit seinen Sprechstundehilfen nicht in der Lage ist, seine Patienten zeitlich in den Griff zu kriegen. Die Krankenkassen sind doch mittlerweile so knauserig, dass eine Arzt noch nicht einmal Zeit hat, während eines Gespräches eine ordentliche Diagnose zu stellen. Wieso gibt es dann immer noch Kranke, die etwa 15 oder gar 20 Minuten im Behandlungszimmer bleiben. Haben diese Ärzte etwa den Anschluss verpasst und gehen entgegen der Vorgaben der Kassen etwa auf die Patienten ein?

Ok – wenn man genug Zeit mitbringt und genug Humor für die vielen Hausfrauenzeitschriften hat, dann sind überfüllte Wartezimmer beim Arzt ja noch das geringere Übel. Angesichts aber der vielen röchelnden Kranken, die einem aus einem Meter Entfernung ihre Virencocktail ins Gesicht husten, kennt der Sinn für Humor doch seine Grenzen. Ohne eine einzige Chance auf ein Molekül Sauerstoff werden systematisch die Fenster hermetisch verriegelt als ob eine Fabrik für Amindihydristricyclitmonophosphoresther gerade in die Luft geflogen wäre! Und zu allem Überfluss sind alle Heizungen auf die höchste Stufe gestellt, so dass eine Trockensauna eine Erfrischung wäre. Bei dem Versuch, sich den Fenstergriffen auch nur zu nähern, sollte man die Augen vorsichtshalber verschließen, denn eine solche geballte Konzentration an bösen Blicken könnte wirklich ernsthafte Schäden für die Gesundheit zur Folge haben, und man ist ja schließlich erst mal mit nur einem zu behandelnden Leiden hierher gekommen. Hat man dann den chronischen Sauerstoffentzug irgendwie in noch ansprechbarem Zustand überlebt, wird man nach zwei Stunden freundlich in das Sprechzimmer des Arztes gebeten, hat man doch tatsächlich vergessen, warum man überhaupt gekommen ist. Weiß man also nicht, wohin mit seiner vielen Zeit, dann sind überfüllte Wartezimmer beim Arzt genau die richtige Beschäftigungstherapie!

Stressiges Deutschland

1. April 2008 – 09:44

Warum eigentlich hat man den Eindruck, kaum dass man die deutschen Grenzen egal in welche Richtung passiert hat, sich alles wie in Zeitlupe zu bewegen scheint und die Menschen einen relaxteren Eindruck hinterlassen als die Landsleute, die man hinter sich gelassen hat? Selbst mentalitätsverwandte Holländer, Belgier, Dänen oder gar Briten geben sich sehr viel lässiger als die Deutschen, die immer irgendwie zackig unterwegs sind und unter Mundwinkelschwere leiden. Das Leben in Deutschland ist stressig. So mancher Tourist, der aus New York zurückkommt, klagt darüber, dass er in dieser Hektik jenseits des Atlantiks nicht leben könnte. Bekannt für das schnelle Tempo ist New York ja schon seit hundert Jahren als Deutschland noch bei Kerzenlicht saß. Mittlerweile kehrt sich dieser Zustand gerade in sein Gegenteil um. Unsere europäischen Nachbarn – sogar chinesische und japanische Besucher – teilen uns immer wieder mit, dass es mit der deutschen Gemütlichkeit nun endgültig vorbei sei und alle wie die seelenlosen Roboter an einem vorbeirennen. Stressiges Deutschland – woher kommt dieses Phänomen? Vielleicht liegt es an der geographischen Lage und bei uns herrscht ständiger Durchgangsverkehr? Von Osten nach Westen, von Norden nach Süden und jeweils umgekehrt, alles fährt erst mal durch Deutschland und gibt dem Land schon auf diesem Weg einen rasanten Charakter. Länder, die in Europa am Rand liegen, haben da in Bezug auf Ruhe schon ihre Vorteile. Auf den äußeren Hebriden in Schottland beispielsweise scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Auf manch großer Insel leben nur an die 900 Einwohner und der große Luft- und Zuggüterverkehr bleibt diesen glücklichen Menschen erspart. Hat man das Glück, im Süden Siziliens einmal Urlaub gemacht zu haben, ist man fasziniert von der Ruhe und Schönheit des weiten Mittelmeeres. Man wähnt sich zumindest nicht inmitten des industrialisierten Europas.

Vielleicht ist es in Deutschland auch stressiger weil jeder um seinen Job kämpft, nirgendwo sonst die medizinische Versorgung so teuer und schlecht bezahlt ist, die Hektik sich auch auf die Schulkinder überträgt, weil sie neuerdings Schuld sind, wenn Klassenarbeiten schlecht ausfallen und nicht mehr der Lehrer, weil die deutschen Chefs mehr herumkritisieren als zu loben, und so weiter und so fort. Gründe gibt es bestimmt noch viel mehr, aber die hier alle aufzuzählen wäre ein wenig stressig!

Schlechtes Wetter in Deutschland

1. April 2008 – 09:44

Schlechtes Wetter in Deutschland – eines unserer Lieblingsthemen. Was wäre ein Sektempfang ohne so einen tollen Smalltalk über zu viel Regen hier oder zu lange Trockenperiode da? Zugegeben: wenn man Weihnachten draußen im T-Shirt herumlaufen kann und Ostern Schnee schippen muss, dann stimmt irgendwas nicht mit dem Wetter in Deutschland – oder? Obwohl – den Kindern macht es bestimmt Spaß, zur Abwechslung die Ostereier einmal im Schnee zu suchen. Nichts desto trotz scheint es eine deutsche Tugend zu sein, fortwährend über das schlechte Wetter in Deutschland zu klagen. Ist es im Sommer zu heiß, das heißt zwei Wochen am Stück schönes Wetter um die 30 Grad und ideal fürs Freibad, schon wird gemeckert! “Die Ozonwerte steigen” oder “ungesund für die Haut” oder auch “Die Pflanzen verdursten”. Geht es dann allmählich auf den Herbst zu, ist es natürlich grundsätzlich zu stürmisch, zu ungemütlich und zu regnerisch. Ist der depressive November dann endlich vorbei, dann folgt der viel zu milde Dezember, wo man angesichts des dauerhaften Tropenregens nicht so recht in Weihnachtsstimmung geraten will. So gesehen gibt es in Deutschland eigentlich jeden Tag schlechtes Wetter. Die einzige Region und die einzige Woche, wo das Wetter grundsätzlich schön ist, ist die Zeit des Karnevals im Rheinland. Denn einen richtigen Narren oder Jecken stört weder Sturm noch Eisregen. Für die gute Laune sorgt hier aber sicherlich eher der entsprechende Alkoholpegel. Sich das Wetter “schönzusaufen” wäre sicher eine Methode, wenn sie nicht so gesundheitsschädlich wäre. Bleibt dann nur noch das Auswandern – aber wohin? Sonne pur in der Karibik schadet – wie schon erwähnt – der Haut und in Spanien regnet es auch hin und wieder. Den Deutschen kann man es ohnehin nicht recht machen, weder wettermäßig noch arbeitsmäßig, essensmäßig oder sonstwiemäßig. Aber das wären wieder andere Kapitel!

Die Arbeitslosenzahlen in Deutschland

1. April 2008 – 09:43

Merkwürdiger Weise sind die Arbeitslosenzahlen in Deutschland immer dann ein Thema, wenn die Bundestagswahlen anstehen. Die Quoten der Arbeitslosen bundesweit haben sich dabei seit etwa 20 Jahren nicht geändert und dennoch scheint es mit den Arbeitslosen – glaubt man es der jeweils opponierenden Partei – immer schlimmer zu werden. Eine Kuriosität ergibt sich dann etwa zur Hälfte der Regentschaft, dass aufgrund von Konjunkturaufschwüngen, besserem Wetter im Dezember und Januar und ähnlichen sich wiederholenden Gründen die Arbeitslosenzahlen in Deutschland auf einmal wieder Grund zum Optimismus bieten. Zwei Jahre später ist es dann wieder umgekehrt.

Die Arbeitslosenquote ist dann auch ein immer wiederkehrendes Thema im Wahlkampf. War um die letzte Jahrtausendwende natürlich die SPD Schuld an dem Zustand, die nur von der Weltwirtschaftskrise 1932 übertroffen werden konnte, so sind es jetzt die CDU und die SPD, vor ein paar Jahren nur die CDU.

Wieso kommt eigentlich niemand mal auf die Idee, dass vielleicht der eine oder andere Großkonzern eventuell dafür verantwortlich ist, wenn sozusagen im großen Abwasch auf die Schnelle mal 2000 Mitarbeiter eines skandinavischen Handyherstellers auf die Straße gesetzt werden und das bei Milliarden-Gewinnen. Aber es gibt ja noch woanders noch arbeitswilligere Sklaven, die sich noch für weniger Geld gerne ausbeuten lassen. Vorstände kassieren immer mehr und weil sie ihren immensen Reichtum nicht nur auf die deutschen Konten verteilen möchten, bieten sich ja so nebenbei die Steueroasen Liechtenstein, Schweiz und die Cayman Islands an. Man muss sich ja im Ruhestand seinen Lebensstandard wahren und wenn man seine knickrigen 10 Millionen auch noch alle versteuern muss, muss man am Ende noch das schöne Appartement in Montecarlo oder Marbella verkaufen oder kann sich nicht jedes Jahr den neuesten Siebener leisten.

Aber soziale Gerechtigkeit hin – Schuld und Sühne der Parteien her, die Arbeitslosenzahlen in Deutschland werden wohl oder übel ihr Level für die nächsten Jahre behalten. Eine Vollbeschäftigung wie in den sechziger Jahren wird erst mal Utopie bleiben.

Deutsche Arbeitsmoral

1. April 2008 – 09:43

Jeder beklagt die deutsche Arbeitsmoral doch ist sie im internationalen Vergleich immer noch sehr angesehen. Negativ in dieser Hinsicht sehen sich die Deutschen eher selbst. Fragt man einmal im Ausland nach, wird nach wie vor die deutsche Pünktlichkeit, Genauigkeit, die deutsche Präzision, der deutsche Fleiß hochgelebt. Deutschland scheint im Vergleich direkt hinter der Schweiz zu rangieren. Betrachtet man die deutsche Arbeitsmoral bezüglich ihrer Entwicklung während der vergangenen Jahrzehnte, so scheinen die Deutschen von ihrer eigenen Arbeitsmoral nichts mehr zu halten. So wird mehr über die Arbeit gestöhnt, als dass man sich gerne dorthin begibt, die Bereitschaft zum Krankfeiern ist relativ hoch, muss man gegenwärtig den Verlust seines Jobs nicht unbedingt befürchten. Da auch ohnehin die Bereitschaft zu einem Wechsel höher ist als im internationalen Vergleich, identifizieren sich die Deutschen weniger mit ihrer Arbeit. Dass sich das in einer geringeren Arbeitsmoral der Deutschen niederschlägt, liegt auf der Hand.

Mehr zufrieden mit ihrer Arbeit sind dagegen die europäischen Nachbarn. Obwohl den Vertretern der südlichen Ländern eher eine lässige Arbeitsmoral unterstellt wird, sind sie doch bei ihrer Arbeit besser gelaunt auch wenn das gemäßigtere Arbeitstempo das Gegenteil vermuten lassen würde.

Die deutsche Arbeitsmoral war in früheren Zeiten, das heißt vor dem Ersten Weltkrieg als preußisch genau, penibel, bürokratisch charakterisiert. Urlaub und Sozialleistungen waren zunächst den höheren Angestellten vorbehalten. Arbeiter hatten bis zur Sozialversicherungsreform durch Otto von Bismarck keinerlei Anspruch auf Krankengeld, Arbeitslosengeld oder geschweige denn Urlaub. Froh darüber, dass man überhaupt Arbeit hatte, um seine Familie ernähren zu können, kam den Arbeitern es auch nicht in den Sinn, über Urlaub nachzudenken.

So haben sich die Zeiten geändert.!