Deutsche Arbeitsmoral
1. April 2008 – 09:43Jeder beklagt die deutsche Arbeitsmoral doch ist sie im internationalen Vergleich immer noch sehr angesehen. Negativ in dieser Hinsicht sehen sich die Deutschen eher selbst. Fragt man einmal im Ausland nach, wird nach wie vor die deutsche Pünktlichkeit, Genauigkeit, die deutsche Präzision, der deutsche Fleiß hochgelebt. Deutschland scheint im Vergleich direkt hinter der Schweiz zu rangieren. Betrachtet man die deutsche Arbeitsmoral bezüglich ihrer Entwicklung während der vergangenen Jahrzehnte, so scheinen die Deutschen von ihrer eigenen Arbeitsmoral nichts mehr zu halten. So wird mehr über die Arbeit gestöhnt, als dass man sich gerne dorthin begibt, die Bereitschaft zum Krankfeiern ist relativ hoch, muss man gegenwärtig den Verlust seines Jobs nicht unbedingt befürchten. Da auch ohnehin die Bereitschaft zu einem Wechsel höher ist als im internationalen Vergleich, identifizieren sich die Deutschen weniger mit ihrer Arbeit. Dass sich das in einer geringeren Arbeitsmoral der Deutschen niederschlägt, liegt auf der Hand.
Mehr zufrieden mit ihrer Arbeit sind dagegen die europäischen Nachbarn. Obwohl den Vertretern der südlichen Ländern eher eine lässige Arbeitsmoral unterstellt wird, sind sie doch bei ihrer Arbeit besser gelaunt auch wenn das gemäßigtere Arbeitstempo das Gegenteil vermuten lassen würde.
Die deutsche Arbeitsmoral war in früheren Zeiten, das heißt vor dem Ersten Weltkrieg als preußisch genau, penibel, bürokratisch charakterisiert. Urlaub und Sozialleistungen waren zunächst den höheren Angestellten vorbehalten. Arbeiter hatten bis zur Sozialversicherungsreform durch Otto von Bismarck keinerlei Anspruch auf Krankengeld, Arbeitslosengeld oder geschweige denn Urlaub. Froh darüber, dass man überhaupt Arbeit hatte, um seine Familie ernähren zu können, kam den Arbeitern es auch nicht in den Sinn, über Urlaub nachzudenken.
So haben sich die Zeiten geändert.!
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